Hospiz Ulm, Fotos: Michael Rennertz

Würdevoll gehen

Den letzten gemeinsamen Weg mit Güte begleiten.

Innenarchitektur für den Abschied

Die Ulmer Hospiz Stiftung will einen Ort schaffen, der Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit Güte begleitet. Kinder, Erwachsene und alte Menschen sollen hier ebenso einen geschützten Rahmen finden wie Familien und Freunde. Im Bestand gilt es, diese Haltung räumlich erfahrbar zu machen. Unsere Aufgabe ist eine Innenarchitektur, die Zuwendung und Stille trägt, Orientierung gibt und zugleich den Alltag des Personals verlässlich unterstützt.

Ein Haus, das von Herzen trägt

Mit Feingefühl zu einer neuen Hospizhaltung

Wir nehmen die Bausubstanz genau auf und lesen den Bestand wie eine Landkarte. Daraus entwickeln wir Zonen, Wege und klare Abläufe für Ankommen, Rückzug und Begleitung. Ein qualifiziertes Lichtkonzept sowie ein Farb- und Materialkonzept übersetzen die Absicht der Stiftung in eine warme, lichte Atmosphäre. Maßgefertigte Einbauten schaffen Ordnung. Die neue Fassade und zusätzliche Balkone öffnen das Haus nach außen. Seit Dezember 2025 ist das Hospiz in Betrieb und wird von Herzen angenommen.

Die Güte ist der Grundriss des Abschieds

Wir gestalten, damit Nähe möglich bleibt. Licht, Farbe, Material und Maßanfertigung geben dem Haus eine ruhige Ordnung. Naturmotive begleiten Gäste, Zugehörige und Mitarbeitende durch die Räume. So wird Innenarchitektur zu einem stillen Halt, der Zuwendung stärkt und dem Abschied einen würdevollen Rahmen gibt.

Von der Haltung bis ins Detail

Vor dem Umbau fehlt den unterschiedlichen Bereichen eine gemeinsame Sprache. Heute verbindet ein durchgängiges Gestaltungskonzept Gästezimmer, Flure, Arbeitsplätze und Räume der Begegnung. Warme Materialien, klare Einbauten und sanft geführtes Licht schaffen Geborgenheit und Orientierung. Das Haus wirkt offen, umhüllend und hell. Zugleich gewinnen die Mitarbeitenden Struktur und Ruhe für ihre verantwortungsvolle Arbeit.
 

Zirkel der Begegnung anstelle der Kapelle

Feingefühl gibt dem Haus Gestalt

Am Anfang steht keine fertige Form. Wir tasten uns mit besonderer Empathie an die Aufgabe heran und entwickeln gemeinsam mit der Ulmer Hospiz Stiftung eine Haltung zum Sterben und Abschiednehmen. Das Visionboard macht diesen Gedankengang sichtbar. Wasser, Wald, Wiese und Erde werden zu einer bildhaften Grundlage für Licht, Farben, Oberflächen und Stoffe. Wir stimmen jedes Motiv, jede Tektur und jede Materialwirkung fein ab, bis der Bauherr den künftigen Ort innerlich betreten kann. Aus vielen Eindrücken wächst eine klare Innenarchitektur, die den Menschen in seiner ganzen Lebensspanne sieht und Raum für Nähe, Erinnerung und friedvolles Gehen schafft.

Natur wird zum stillen Begleiter

Das Motiv Wasser fließt durch sanfte Blautöne, weiche Linien und lichte Vorhänge. Wald und Wiese bringen warme Grüntöne, Holz und spürbare Stoffe in die Räume. Erde gibt den Fluren Halt und macht Wege klar lesbar. 

Inspiriert vom Lauf des Lebens

Jedes Gästezimmer erhält eine eigene Handschrift und bleibt dennoch Teil des Ganzen. Wandbilder erinnern an Landschaften und Augenblicke des Lebens. In den barrierefreien Bädern verbinden sich ruhige Farben mit sicheren, gut erreichbaren Details. So entsteht eine Umgebung, die den Blick beruhigt, Nähe zulässt und auch Angehörigen einen Moment zum Atmen schenkt.

Farb- und Materialkonzept: Wiese & Wasser

Licht trägt durch den Tag

Das qualifizierte Lichtkonzept verbindet Tageslicht und künstliches Licht zu einer sanften Führung. Helle Übergänge erleichtern die Orientierung, blendfreie Leuchten geben Sicherheit und warme Lichtakzente begleiten den Abend. Feine weiße Vorhänge lassen die Helligkeit weich in die Räume fließen. In Gästezimmern, Aufenthaltsbereichen und Fluren kann sich die Stimmung dem Tageslauf anpassen. 

Konturen werden ruhiger, Gesichter bleiben gut erkennbar, Gespräche und Stille erhalten ihren eigenen Raum. So unterstützt Licht das Wohlbefinden, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Sanft hell und doch nicht grell: Licht begleitet
Kuschelige Sitzgruppe in den Farben der Erde
dezente Deckenleuchten, weiches Licht

Material, das man mit allen Sinnen versteht

Das Material ist die Botschaft. Stoffe, Holzoberflächen und matte Farben sprechen über Berührung, Wärme und Nähe. In der rotbraunen Sitzecke trägt das Motiv Erde die Stimmung. Die sanfte Oberfläche ist in der Hand und im Rücken spürbar. 

Maßgefertigte Einbaumöbel nehmen Geräte, Unterlagen und persönliche Dinge auf. Nischen und Schränke halten Ordnung, der Blick bleibt frei. In den Bädern verbinden robuste, pflegeleichte Oberflächen Sicherheit mit einer stillen Wertigkeit. Jedes Detail folgt dem Gedanken, den Alltag zu erleichtern und den Menschen achtsam zu begegnen.

Ordnung schafft Raum für Zuwendung

Gute Abläufe bleiben im Hintergrund und sind doch überall spürbar. Wir ordnen Arbeitsplätze, Pflegebereiche und Wege so, dass jeder Handgriff seinen Platz findet. Maßgefertigte Einbauten schaffen klare Flächen und unterstützen konzentrierte Entscheidungen. 

Klarheit auf dem Tisch bringt Klarheit im Kopf. Kurze Wege und gut lesbare Zonen entlasten das Personal und lassen mehr Zeit für Gespräche, Pflege und Begleitung. Die Architektur hält den Alltag zusammen, während die Innenarchitektur Wärme gibt. Beides verbindet sich zu einem Haus, das als Ganzes stimmig wirkt.

Gemeinschaftsküche
Gästezimmer
Kochen und Gemeinschaft
Arbeitsplatz
Treffpunkt für Gespräche mit den Angehörigen
Barrierefreies Bad
Aussenansicht des Anbaus

Was bleibt, ist ein Haus voller Güte

Dieses Projekt berührt uns, weil Innenarchitektur hier weit über die sichtbare Gestaltung hinausreicht. Sie gibt einer Haltung Raum. Farben, Licht und Materialien begleiten Menschen in einer Zeit, in der Nähe, Stille und Verlässlichkeit besonders wertvoll sind. Besonders bewegt uns, wie selbstverständlich heute Leben im Haus spürbar bleibt. Es darf gesprochen, gekocht, gelacht, erinnert und geschwiegen werden.

Die größte Herausforderung liegt darin, sehr unterschiedliche Bedürfnisse in einem bestehenden Gebäude zusammenzuführen. Gäste brauchen Rückzug und Geborgenheit. Zugehörige suchen Nähe und Halt. Mitarbeitende benötigen klare Abläufe und verlässliche Arbeitsplätze. Wir lösen diese Aufgabe mit einer präzisen Bestandsaufnahme, feinen Abstimmungen und einer Bauüberwachung, die Qualität, Kosten und Termine im Blick behält. So wachsen Fassade, Balkone, Innenarchitektur und Ausbau zu einem stimmigen Ganzen.

Wenn dich unser Ansatz der Innenarchitektur und HEALING ARCHITECTURE inspiriert, freuen wir uns auf deine E-Mail. Wir sind im gesamten deutschsprachigen Raum tätig und teilen gerne unser Wissen, um auch dein Vorhaben verantwortungsvoll zu gestalten.

Jutta Grözinger

Jutta
Grözinger

Bachelor of Arts,
Innenarchitektur

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